AUS DER ARBEIT DER FRAKTIONEN: Ein Ort,der Respekt verdient

Aktualisiert: Apr 23

An der heutigen Rathergasse, gegenüber der Apotheke, stand bis Ende der 1930er Jahre die Mechernicher Synagoge. Anders, als in anderen Städten wurde das Gebäude damals nicht unmittelbar Opfer der Novemberpogrome: Die jüdische Gemeinde war finanzschwach, es drohte ein Verfall der Liegenschaft. Aus diesem -möglicherweise auch aus ideologischen Gründen- erging von der Behörde eine Abrissverfügung. Eine Spur der Erinnerung an das jüdische Leben dort ist trotz des Neubaus vor einigen Jahren aber nach wie vor erkennbar: ein ca. 1,30m breiter Mauerrest. Vor einigen Jahren brachte ein Anwohner an diesem Symbol eine Gedenktafel an. Bei Beginn der Bauarbeiten zum Neubau waren noch gut 4,20m der Außenmauer vorhanden. Mehrere Appelle an den Bürgermeister seitens Bürgerschaft und einiger Ratsvertreter, die sich für den Schutz stark machten, verhallten jedoch. Es wurde teilabgerissen. Als Liberale appellieren wir weiterhin an die Verwaltungsleitung, sowie an den gesamten Stadtrat, dass nach Jahren der Missachtung nun zumindest konservatorische Arbeiten an dem Ort des Gedenkens stattfinden, um die Mauer witterungsfest zu machen. Ferner, dass die Verwaltung einen anderen Standort für den vor der Mauer stehenden Stromkasten findet, der dem Ort jegliche Würde nimmt. Der bisherige Umgang mit dem geschichtsträchtigen Ort ist, so jedenfalls unserer Stadt und dem Andenken an das ehemalige Gotteshaus dort nicht würdig. Es ist ein Ort, der Respekt verdient.

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